Juul Winterhart

Juul Winterhart

Juul Winterhart

Nadine Beiler und ihre Definition vom Winterherz

Willkommen im Blogcast diesmal mit der Rubrik winterhart_dazwischen, in der Menschen aus der Kunst- und Kulturszene zu Wort kommen sollen. Dabei gibt es Einblicke winterharte Einblicke in ungewohnter Form. In dieser Ausgabe treffen wir eine bekannte und beeindruckende Persönlichkeit. Sie hat in jungen Jahren Österreichs größte Casting Show gewonnen und beim Eurovision Songcontest vor einem Millionenpublikum eine bewundernswerte Leistung abgeliefert. Sie kennt aber auch die Schattenseiten der Bekanntheit und der Öffentlichkeit. Über das und noch viel mehr redet in dieser Ausgabe des Blogcasts Nadine Beiler.

FEHLER ALS LUXUS UND FREIHEIT

Der Soundcheck läuft nicht wie geplant oder fällt gänzlich aus, auf der Anreise zur Auftrittslocation steht man im Stau, die Instrumente sind beim Auftritt nicht dort, wo sie sein sollen – solche und noch viel mehr Situationen kennt Nadine Beiler zur Genüge. Inzwischen ist sie mit den Jahren zum bühnenerfahrenen Vollprofi gewachsen.

„Ich persönlich finde, dass Fehler machen auch dazugehört. Viel wichtiger ist mir, authentisch zu sein. Den Luxus gebe ich mir, nicht perfekt sein zu müssen. Das ist etwas, was man den Leuten gut weitergeben darf.“

Authentisch ist die Sängerin aus Inzing allemal und das spürt man auch in ihrer Stimme. Schon im Teenageralter hat sie sich auf Österreichs größte Bühne getraut, auch wenn das sicher nicht immer einfach war.

„Starmania war wirklich das erste Mal, wo ich vor richtig großen Publikum gesungen habe. Den ersten Ton zu singen, das ist eine Geschichte, die ich meiner kleinen Tochter erzähle, da gehört Mut dazu – allein auf der Bühne stehen, das alles ganz allein machen. Wenn man dann draußen ist und sobald der erste Ton gesungen ist, geht es los. Dann ist man froh, dass man es gemacht hat, obwohl man sich gefürchtet hat.“, sagt Nadine Beiler rückblickend. 

Trotz all der Jahre in der Öffentlichkeit darf auch heute noch eine Portion Respekt vor der Bühne nicht fehlen: „Hollywood in Vienna, da war ich aufgeregt. Da habe ich kurz davor nicht mehr gewusst, wie das Singen geht. Ich habe mir gedacht, wie funktioniert das eigentlich? Das habe ich nicht gewusst.“

DIE OLYMPIADE DES SINGENS UNTER MILLIONEN VON AUGEN

Wie das Singen geht darüber braucht sich Nadine Beiler mit Sicherheit gar keine Gedanken machen so versiert klingt sie auch bei schwierigen Nummern. Unter Beweise gestellt hat sie dies als Teilnehmerin für den Eurovision Songcontest 2011 als Starterin für Österreich.  

„Ich persönlich finde und ich glaube, das würden die meisten Künstler unterschreiben, dass der Song Contest wirklich die Olympiade des Singens ist. Da treffen sich die ganzen Länder. Da ist man zwei Wochen davor schon dort vor Ort und jammt mit den ganzen Leuten aus ganz Europa. Das ist einfach eine megacoole Erfahrung.“, erinnert sich Nadine Beiler.

Trotz der großartigen Erfahrung lastete ein enormer Druck auf ihren Schultern.

„Aber ins Finale kommen war mir schon wichtig, weil überhaupt in Österreich, wenn man nicht ins Finale kommt, ist man irgendwie unten durch. Also das ist eher der Druck vom Land selbst als der Druck oder die Erwartungen, die man jetzt selber hat.“

DIE ÖFFENTLICHKEIT ALS SCHÄRFSTER RICHTER

Nicht nur die Performance an sich, sondern auch das Outfit und durchwegs auch die gesamte Persönlichkeit unterliegen in der Öffentlichkeit zahlreicher teils auch unschönen Bewertungen. „ Aber ich weiß noch früher bei Starmania, da hat es ja Social Media noch nicht gegeben, aber da hat es immer so eine Seite im Internet gegeben, wo die Leute etwas posten konnten. Und wenn ich mir das durchgelesen habe, das war immer eine wilde Sache. Also wenn du da von den Leuten so bewertet wirst. Vielleicht ist mir das im Laufe meines Lebens dann einfach egal geworden, was die Leute so sagen, weil egal was man macht, die einen taugt es, die anderen taugt es nicht.“

Wichtig ist dahingehend auch den Ausgleich und die Entspannung zu finden und das bedeutet für jeden Menschen individuell etwas anderes. Nadine Beiler weiß, wie sie ihre Widerstandsfähigkeit pflegen kann: „Also bevor ich Mama geworden bin, war ich ganz viel draußen in der Natur. Und das ist einfach für mich eigentlich ganz wichtig. Und ich hoffe, dass das jetzt auch wieder mehr wird, dass ich jetzt auch wieder mehr draußen sein kann.“

VISIONEN UND TRÄUME ALS ANTRIEBSMOTOR

Nadine Beiler ist immer eine Person mit vielen kreativen Ideen und Visionen gewesen. So soll es auch in Zukunft weitergehen und dazu lässt sie durchaus kritische Töne aufkommen:

„Nach wie vor hatte ich den Ansatz das staatliche Schulsystem würde ich gerne ändern. Weil, wenn sich das Schulsystem ändert, dann ändert sich auch die ganze Außenwelt mit. Also, für mich ist das so der zentrale Punkt, wo sich dann wirklich das ganze System rund und herum mitändert, egal, um was es geht.“

Gerade widmet sich Nadine Beiler einer Botschaft, die die Welt dringend brauchen kann:

„Ich habe auch aktuell ein Friedensprojekt, das heißt “Kinder der Erde”, also „Children of the Earth“, die englische Version, das ist so ein Friedenslied, eben mit Kinderchor am Ende, das ist ein Aufruf an die Soldaten, die Waffen niederzulegen und bei dem Spiel nicht mitzuspielen, dass einfach die Leute merken, wir sind das System.“

WINTERHERZ ALS WEG DER HEILUNG UND LIEBE

Sprühend und inspirierend tastest sich Nadine Beiler auch an das Thema „winterhart“ heran und gibt eine klare Einschätzung.

„Ich denke, es ist immer die Kunst, egal was einem passiert, dass das Herz nicht hart wird dabei, dass es nicht zu Eis wird, sondern dass man eben, ich sage oft, ich habe so einen Spruch, dass mit jedem Riss, den das Herz kriegt, wird es wieder größer oder hat man die Chance, dass es wieder größer wird und irgendwann wird es vielleicht so groß, dass die ganze Welt hinein passt. Heilung passiert, denke ich mir, viel über Verständnis für Andere, für sich selbst und mit dem Verständnis kriegt man die Liebe einfach, beziehungsweise versteht man die Dinge nur, wenn man es aus der Linse der Liebe sieht und sonst, glaube ich, kriegt man da oft nicht viel weiter. Deswegen immer, eigentlich ein Sommerheart für Winterhearts, oder?“

MIT GITARRENSESSIONS RICHTUNG SOMMER

Definitiv! Das Sommerherz für das Winterherz – und tatsächlich der Frühling ist schon in vollem Gange und mündet hoffentlich in viele lange warme Tage. Das Projekt „winterhart“ verbringt diese Zeit gerade im Studio und arbeitet weiterhin am ersten Album. Die Gitarren sind aktuell im Mittelpunkt der Aufnahmesessions. Und weiterhin heißt es ganz genauso wie Nadine Beiler resilient bleiben und der Vision Schritt für Schritt ein Gesicht verleihen.

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