Juul Winterhart

Juul Winterhart

Juul Winterhart

SARA DE BLUE ÜBER EISKALTE ERFAHRUNGEN

Nicht nur ihre blauen Augen sind das Markenzeichen von Sara de Blue, sondern auch eine Resilienz, die sie seit über 15 Jahren erfolgreich im Musikgeschäft hält und über Radio- und Fernsehen einem breiten Publikum bekannt gemacht hat. In dieser Ausgabe von winterhart_dazwischen berichtet die Osttirolerin im Interview unter anderen über die Herausforderungen dieses Geschäfts, über den kältesten Moment ihrer Karriere und wie sie mit der Aufregung umgeht.

„Ich sage immer, so ein bisschen leichte Aufregung und Konzentration ist gut, weil wenn es jetzt allen alles wurscht wäre, dann wäre es auch nicht gut. Aber immer so ein bisschen fokussiert sein und immer schauen, okay, was kommt jetzt als Nächstes. Und einfach schauen, dass es alles passt. Genau, das ist immer eine gute Sache, finde ich.“

DEN BLICK AUF NACHHALTIGKEIT GERICHTET

Trotz des gezielten Fokus läuft nicht immer alles nach Plan. Manche Träume bleiben auf der Strecke. Der Versuch einer Song Contest Teilnahme ist nur knapp gescheitert. Aber auch daraus kann Sara der Blue ihre positiven Schlüsse ziehen: 

„Natürlich hat man im Laufe der Karriere Höhen und Tiefen, das ist klar. Es waren ein paar Sachen dabei, gerade so Soundcontest-Erfahrungen, da hat man zuerst einmal Hoffnungen und pulvert sehr viel Euphorie, Leidenschaft, Zeit, Arbeit und sehr viel Geld in so Produktionen. Und dann ist es halt so, man weiß nicht, wie es immer ist, wer mit den besten Kontakten schafft es dann. Das ist leider manchmal so. Und dann muss man einfach schauen, es hat nicht funktioniert, aber was kann ich besser machen. Das haut dann manchmal hinter. Aber ich habe daraus gelernt, wenn man ein bisschen so eine Niederlage einsteckt, dass man einfach immer weitermacht. Ich glaube, das ist das, was mich ein bisschen auszeichnet, dass ich nie aufgegeben habe. Und ich bin jetzt quasi nie ganz oben oder ganz unten gewesen, sondern immer so konstant, immer dahin. Und ich glaube, dass das ein recht guter Weg ist für Nachhaltigkeit, würde ich sagen. Also einfach das Konstante und immer am Boden bleiben, ist ganz wichtig.“

MIT DEN RICHTIGEN FRAGEN AUS DEM TIEF

Wie man nach einem Tief wieder Kraft sammeln kann dafür hat 36-jährige ihre Tipps, denn sie stellt sich in diesem Fall die richtigen Fragen: „Gerade jetzt so, wenn man aus dem Tief wieder rauskommt, dass man sich wieder aufrafft und sagt, okay, passt, das war jetzt einfach blöd, jetzt probiere ich einfach weiterzumachen. Und was kann ich besser machen? Wie komme ich da hin? Was muss ich dafür tun? Was ist der Weg? Und einfach sich auf das dann fokussieren, weil ich glaube, so schafft man es dann raus. Natürlich, wenn man ganz viele Sachen, Schicksalsschläge und so weiter einstecken muss, ist es klar, dass es einen ein bisschen länger quasi aus der Bahn wirft. Aber wenn man sozusagen den Weg will oder sich dafür entscheidet, dann ist es sehr wichtig, dass man sich selber ein bisschen kennenlernt und sagt, okay, ja passt, was muss ich jetzt dafür tun, dass ich da wieder rauskomme aus diesem Strudel sozusagen.“

BLICK IN DIE VERGANGENHEIT

Sara de Blue steht mit beiden Füßen auf dem Boden und bleibt ihrem Weg treu. Dabei hält sie das eigene Feuer für die Sache stets am Brennen. „Und ja ich bin gespannt was jetzt als nächstes kommt. Ich werde mich weiterhin bemühen und schauen, dass ich dann mit meiner eigenen Musik quasi viele Leute berühren kann. Ich glaube, das ist wichtig und dass man selber die Freude an dem Ganzen nie verliert. Natürlich ist es ein Job und natürlich müssen wir alle Geld verdienen, das ist eh klar, aber ich glaube, das Wichtigste ist, dass man das nicht verliert, dass man dafür brennt und die Leidenschaft einfach hat und nie verliert.“

Wenn sie auf ihr jüngeres Ich zurückblickt, hat es auch damals intensive Zeiten gegeben und würde ihm eine klare Botschaft mitgeben: „Mobbing war ein großes Thema. Und da finde ich, glaube ich, würde ich jetzt meinem jüngeren Ich sagen, ich weiß, es ist hart, aber halt einfach durch, bleib dabei, denn es wird sich irgendwann auszahlen, dass du den Weg, trotz allem, trotz dieser negativen Vibes und so weiter, dass du den Weg einfach weiterhin durchhaltest, weil früher oder später zahlt sich das einmal aus, würde ich glaube ich sagen.“ 

SOCIAL MEDIA UND ECHTE FANS

Wenn sie auf das Thema Social Media schaut kann sie durchaus Vor- und Nachteile erkennen. Der Wert von richtigen und echten Fans statt schneller Likes ist allerdings von unschätzbarem Wert: „Ich finde es nicht gut, wenn man sich einfach so mit Views und Likes miteinander vergleicht, weil jeder ist einzigartig und ich denke mal, wenn man bei den Leuten gut ankommt und wenn man 10 Leute eine Gaudi macht, dann ist das auch schon einmal etwas, als wie hätte man, was weiß ich, wie viele gekaufte Likes und das interessiert keinen, da ist es glaube ich zehnmal mehr wert, als wenn man richtige Leute hat, wo man weiß, ich habe richtige Fans, die hören die Musik, die finden es super, die kann ich auch mit berühren, ich glaube, das ist dann viel cooler.“

ZWISCHEN SÖHNE UND TÖCHTER

Im wahrsten Sinne des Wortes einen kühlen Moment ihrer Laufbahn erlebte Sara der Blue im Jänner 2012 als sie bei Minusgraden die österreichische Bundeshymne das erste Mal mit der Textzeile der Töchter vor einem Millionenpublikum singen durfte: „Ja und dann habe ich mir gedacht, ich singe raus in die Berge und habe die Augen ein bisschen zugemacht und natürlich ist dann diese Stelle gekommen mit Töchter und Söhne, beziehungsweise Töchter und dann war es so, die Hälfte vom Stadion hat gebuht, weil natürlich das eine neue Version war mit Töchter und die anderen haben bald gejubelt und das war für mich so, okay, was mache ich jetzt, gell, einfach weiter singen, weiter singen, aber es war ein sehr prägendes Erlebnis, weil ich mir gedacht habe, es ist schon ein bisschen für mich eine große Ehre, ein Stück Geschichte da irgendwie zu machen, weil ich da wirklich die Allererste war, was quasi die Töchter da auch in die Hymnen mit reingenommen hat und dass jetzt ein paar Buben rufen, ja okay, war halt einfach so, aber ich habe mir im Nachhinein gedacht, das ist eigentlich schon eine Sache, weil wenn, dann sollte man schon alle irgendwie mitnehmen oder wäre natürlich fair, aber es war natürlich dann ein sehr schönes Erlebnis im Nachhinein und das dann irgendwie zu realisieren im Fernsehen, dass man da jetzt wirklich dieses Privileg bekommen hat, das war schon ein sehr gutes Gefühl.“

WARM ANGEZOGEN FÜR DIE ZUKUNFT

Diesen Winter und die damit verbundene Situation hat die Sängerin damals gut überstanden. Eindeutig ein Indiz, dass Sara der Blue winterhart ist: „Im Job oder beziehungsweise in so einer musikalischen Laufbahn, kommt der Winter immer wieder und dann muss man schauen, wie man da rüberkommt und ich glaube, man kommt am besten rüber, wenn man einfach hart bleibt und durchbeißt manchmal und einfach schaut, ja, dass man das irgendwie meistert und dass man trotz den ganzen Niederlagen, die man irgendwie hat oder dieser Kälte, die man manchmal verspürt, dass man trotzdem immer wieder aufsteht und sagt, hey, ich habe vielleicht nur ein Leben, jetzt mache ich das Beste draus und ich tue eh nur das, was ich tun kann und ziehe einmal genug an für den Winter und dann geht es weiter.“

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