Wieder herzlich willkommen in diesem Blogcast, diesmal mit der Rubrik winterhart_innen, wo über den Verlauf des Projekts berichtet werden soll. Wir blicken bereits auf eine lange Zeit zurück seit die Reise zum ersten eigenen Album gestartet ist. Was den Anfang dafür markierte, welche die ersten Schritte waren, was für technische Herausforderungen es zu lösen galt und vor allem was die großen Erkenntnisse sind, das und noch viel mehr gibt es diesmal zu erfahren in „1000 Tage winterhart – eine Idee zwischen Vision und Realität“.
DIE ERINNERUNG AN FRÜHE ZEITEN
Jede Vision beginnt als Gedanke. Sie entsteht in Momenten der Hoffnung oder der Vorstellungskraft. Für das Bandprojekt „winterhart“ markiert ein kleiner handgeschriebener Zettel den Anfang dieser Vision. Mit Bleistift gekritzelt die einfache Notiz „eigenes Album“ als sichtbares Zeichen eines Wunsches nach Ausdruck, nach einem Raum für Ideen und einem Abenteuer, dessen Herausforderungen noch nicht vorstellbar waren. Im Kopf wirkt die Vision anfangs klar, kraftvoll und beinahe selbstverständlich. Dort gibt es keine Hindernisse, keine Zeitpläne, keine Budgets und keine Zweifel. Doch irgendwann kommt der Moment, in dem die Vision auf die Realität trifft. Aus der Realität wird ein Projekt. Aus einem Wunsch wird eine Handlung. 1000 Tage später ist der Zettel an der Pinwand eine Erinnerung an Zeiten, in denen man sich nie hätte vorstellen können, wie weit man über sich hinauswachsen kann.
DER ERSTE SCHRITT NACH DRAUSSEN
Ein ausgetretenes Paar lila Schuhe gefüllt mit einem Strauß Lavendel und dazu der Satz „Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt…“ markierte in den sozialen Medien den Anfang des Bandprojekts „winterhart“. Ein Abenteuer, dessen Ausgang aktuell 117 Postings später noch immer ungewiss ist oder zumindest weiterhin Schritt für Schritt seinen Weg verfolgt. Über 1000 Tage ist es her, dass der Grundstein für die Vision gelegt wurde das erste eigene Album im Studio aufzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt existierten einige Songs und noch viel mehr Ideen, die auf ihre Ausarbeitung warteten. Voller Enthusiasmus und Vorfreude nahm diese Phase der Arbeit abseits der Sichtbarkeit ihren Lauf.
WO INSPIRATION AUF TECHNIK TRIFFT
Am Anfang stand die Etablierung einer Digital Audio Workstation (DAW) also die Entscheidung für ein Computerprogramm, in welchem im weiteren Verlauf die Songs eingespielt und organisiert werden konnten. Vereinfacht gesagt ist eine DAW die digitale Schaltzentrale für Musikproduktion. Man kann damit unter anderem Gesang und Instrumente aufnehmen, Songs arrangieren und strukturieren, Lautstärken und Effekte bearbeiten und den fertigen Song exportieren. Für viele Musiker beginnt heute die kreative Reise genau hier: beim Öffnen der DAW und einer leeren Projektdatei, in der alles möglich scheint. Der Umgang damit ist vielfältig und auch komplex. So vergingen die ersten Monate in der Auseinandersetzung mit dieser Technik bis der erste Song „Systemsoldat“ seinen Weg in die fertige Skizze fand.
IDEEN BEKOMMEN EIN GESICHT
Im Nachhinein betrachtet ist diese Zeit ein magische und von Hingabe an die Sache geprägte Phase gewesen, die ein unvergessliches Gefühl hinterlassen hat.
Mit Hilfe von Producer Fabio D’Amore wurden die Ideen strukturiert, geordnet und einiges gekürzt. Dazu diente eine Klavierlinie samt Gesang als Grundlage für die Mitglieder der Band, die jeweils ihre Instrumente mittels ihrer eigenen DAW beisteuerten. Eine gewagte Vorgehensweise die allerdings Sinn machte und auch praktikabel funktionierte. Auf diese Weise wurden der Band bereits bekannte Lieder genauso für die Vorproduktion in Position gebracht, wie einige komplett neue Songs. Am Ende dieses Zyklus stand eine wichtige Entscheidung: statt das Album voranzutreiben und schnell abzuschließen durfte der kreative Akt noch einmal in den Vordergrund treten. Daraus entstanden die beiden Lieder „Nichts ist es wert“, welches eine Art Song für den Frieden darstellt und die berührende Abschlussballade des Albums „Ohne Blumen“
13 SONGS ALS HERZ DES ALBUMS
Somit war der Inhalt geboren und ein beträchtliches Stück Arbeit vollbracht, was auch dementsprechend Zeit in Anspruch nehmen durfte. 13 Songs haben es auf die Albumliste geschafft, während ein bereits fertig skizziertes Lied namens „Zeig dein Gesicht“ sich von uns verabschieden durfte. Es ist niemals leicht eine Idee gehen zu lassen, insbesondere wenn es sich schon um ein weit entwickeltes Stadium handelt. Trotzdem schien der betreffende Titel einfach nicht mehr in diese Zeit zu passen und machte auch nicht den Eindruck sich stimmig einfügen zu lassen. Ab diesem Zeitpunkt durchliefen alle Songs den gleichen Ablauf: Nachdem die einzelnen Instrumentalspuren der Musiker eingesammelt und als Gesamtprojekt im Computer zusammengefügt waren, wurden sie im Studio „Synonym of Sound“ professionell vorproduziert. Dabei ließ sich ein erster Eindruck gewinnen, wie der Sound des Albums sich im weiteren Verlauf anhören könne.
FEUERTAUFE BEI DEN BANDPROBEN
Natürlich gab es in dieser Zeit auch Bandtreffen, die nicht nur Gelegenheit für gegenseitigen Austausch boten, sondern auch die ein oder andere Feuertaufe eines Songs in sich hatte. Besonders in Erinnerung geblieben ist das erste Erklingen von „Glut der Demut“, welcher als Distance Song neu ins Spiel gebracht wurde und dann im Bandkontext gleich beim ersten Versuch seine volle Kraft entfaltete. Bei einer Probe im Studio konnten wir mit In Ear Monitoring technisch auf ein neues Level kommen. Das alles gab uns wieder wertvollen Input für die Produktion, die in dieser Phase schon immer konkretere Züge angenommen hatte.
VON GEFÜHLSCOLLAGEN ZU SONGBILDERN
Aber nicht nur den musikalischen Inhalt galt es in dieser Zeit zu entwickeln und zu überdenken. Im Zentrum stand eine Herausforderung, die aus einer künstlerischen Auseinandersetzung mit den jedem einzelnen Song passiert ist. Aus Zeitungsausschnitten gestaltete sich der Versuch die Gefühlspaletten der Lieder in Collagen darzustellen. Daraus ist eine kleine Mappe entstanden, die die Musiker im Studio noch einmal in die Welt des Songs entführen sollte. Aufbauend auf dieser Idee wurde in Zusammenarbeit mit Sandra Strele und Christine Spielmann eine wunderbare Fotoreihe umgesetzt. Jeder Song bekam sein eigenes Bild, welches als Inspiration auf den Collagen als Vorlage aufbaute. Viel Kreativität und einiges an Ausdauer haben es möglich gemacht, dass jedes Lied seinen ganz individuellen Ausdruck präsentieren durfte, welcher im Album Booklet einen Platz finden soll.
RECORDING START ANFANG DES JAHRES
Es war abenteuerlich, es war unvorhersehbar und sicher in großes Stück Arbeit. Die Ausdauer wurde allerdings zu Beginn des Jahres mit dem Startschuss zu den endgültigen Recordings belohnt. Wie auch in einem früheren Beitrag der Reihe winterhart_innen ausführlich berichtet wurde, fand dieser genau in einer Kältewelle statt und hat dem Namen des Projekts alle Ehre bereitet. Bis zum Frühling konnte die Rhythmussektion, also Schlagzeug und Bass, abgeschlossen werden. In den aktuellen Sommermonaten ist die Gitarre, die aus unterschiedlichen Elementen besteht und mit vier verschiedenen Instrumenten eingespielt wurde, ebenfalls bereits aufgenommen. Man kann also sagen, dass sich sie Zielgerade schon am Horizont abzeichnet und die eingangs erwähnte Notiz auf der Pinwand zur Realität wird.
FAZIT NACH 1000 TAGEN VISION
Wäre heute noch einmal Tag 1 dann wäre die Vorstellung dessen, was kommt sicher ein kleines Stück reeller. Anfangs gab es keinen Plan wie lange es dauern würde oder dürfte bis das Ziel erreicht ist. Kreativität ist allerdings nicht immer schnell. Sie ist gelassen und nimmt sich ihren Raum. Sie beansprucht ihre Zeit. Die Umstände ändern sich und damit auch die Gefühle dazu. Aus erster Euphorie ist sicher solide Realität geworden. Aber wir sind immer noch da und haben einen Schatz im Herzen namens 13 Songs. Und dieser Schatz bleibt für immer – egal was kommt.
BLEIB WINTERHART
1000 Tage winterhart – Eine Idee zwischen Vision und Realität“ – das war das Thema dieses Blogcasts aus der Rubrik winterhart_innen, den es zum Lesen und zum Nachhören gibt. Wenn dich Themen wie diese interessieren oder inspirieren freut sich das Projekt, wenn du das mit Menschen teilst, die gerade ähnliche Wege gehen. Für all diese Wege wünschen wir nur das Beste und natürlich heißt es wie immer „Bleib winterhart!“

